NEST 2009

«Wenn man die Liebe untersuchen will, muss man alle ihre Aspekte untersuchen.» (Harry Harlow)


NEST ist ein Versuchfeld, das sich mit der Entstehung der ersten Bindungen auseinandersetzt.

Mich interessieren die Ambivalenzen, die Abgründe, die Entgleisungen, die fehlgeschlagenen Bindungsversuche.

Was passiert, wenn schon ganz zu Beginn alles aus der Bahn läuft?

Diese Frage führte mich zu dem amerikanischen Wissenschafter Harry Harlow, dessen zahlreiche Experimente in den sechziger Jahren die Mutter –Kind Beziehung untersuchten. Harlow bewies, das Geborgenheit und Nähe vor Nahrung und Pflege kommen. Er trennte neugeborene Rhesusaffen von ihren Müttern und lies sie von mechanischen Mutterkonstruktionen aufziehen: Die eine Mutter war ein simples Drahtgerüst, mit integrierter Milchflasche. Bei der anderen Mutter war der Drahtkörper mit einem flauschigen Stoff überzogen, allerdings fehlte die Nahrungsquelle. Die Äffchen bevorzugten immer die Stoffmutter. Die Drahtmutter wurde nur zur Nahrungsaufnahme aufgesucht.

Harlow wollte die damals herrschenden Paradigmen des Behaviorismus brechen, wollte die Wichtigkeit von Nähe und Zuwendung für das Neugeborene unterstreichen, den damaligen Eltern die Angst vor dem Verzärteln nehmen.

Ich schickte zwei nicht näher bezeichnete Plastilintiere durch eine Reihe inszenierter Versuchanordnungen.

Die Herangehensweise dabei war nicht wissenschaftlich, sondern assoziativ und intuitiv.

NEST besteht aus einer Sammlung an Einzelarbeiten, die mittels verschiedener Medien erstellt wurden: Der Digitalfotografie, der Druckgraphik, des Animationsfilms. Viele Einzelarbeiten entstanden parallel – alle entstanden im Dialog.

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© Natalia Weiss